Zehn Jahre ZVZZ stehen für Zusammenarbeit, Effizienz und Engagement im Dienst der Bevölkerung. Wir haben mit dem ersten Präsidenten, der amtierenden Präsidentin und dem Kommandanten des Verbands über die Erfolge der Vergangenheit, die Herausforderungen der Gegenwart und die Ziele für die Zukunft des ZVZZ gesprochen.

Von Nelio Biedermann

Seit zehn Jahren steht der Zweckverband Zivilschutz Zimmerberg für Sicherheit, Professionalität und gelebte Solidarität im Bezirk. Dabei war die Gründung des ZVZZ das Resultat konkreter Herausforderungen. «Gewisse Gemeinden hatten Mühe mit der Rekrutierung von Führungskräften», erinnert sich Walter Tessarolo, erster Präsident des Verbands. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, Ressourcen zu bündeln und Kosten zu optimieren. Als Vorbild diente der Zweckverband im Bezirk Affoltern. Die Ziele waren klar: Synergien schaffen, Material gemeinsam einkaufen und einsetzen – stets unter der Prämisse, möglichst effizient und günstig zu arbeiten. Doch was einst aus strukturellen und organisatorischen Überlegungen entstand, ist heute eine eingespielte, leistungsfähige Organisation, die aus der regionalen Sicherheitsarchitektur nicht mehr wegzudenken ist.
Für Gerda Koller, amtierende Präsidentin des ZVZZ, ist klar: «Der Verband ist ein wichtiger Player, da er nicht nur die einzelnen Gemeinden, sondern auch den ganzen Bezirk unterstützen kann. Seit der Zusammenlegung sind viel mehr Ressourcen vorhanden, und es kann schneller und besser agiert und reagiert werden.»
Auch Kommandant Beat Klingelfuss kann mit Stolz behaupten, dass der ZVZZ gut aufgestellt und einsatzbereit sei. «Damit das so bleibt und wir weiterhin als wichtige und bedeutende Ergänzung für die Blaulichtorganisationen fungieren können, müssen wir aber regelmässig trainieren.» Denn die Gemeinden müssten sich im Ernstfall zu hundert Prozent auf den Zivilschutz verlassen können.

Die grösste Unterstützung läuft im Hintergrund

Den grössten Beitrag für die Gemeinden leistet der Zivilschutz gemäss Tessarolo jedoch nicht im Ernstfall, sondern im Alltag. Denn der ZVZZ ist für die gesamte Administration der Schutzräume zuständig. Konkret bedeutet dies, dass ihm die Zuweisungsplanung unterstellt ist und er die Schutzraumkontrollen durchführt, sodass die Gemeinden für den Ernstfall gewappnet sind. Eine unverzichtbare Arbeit und langfristige Vorsorge. Aber auch die grossen Institutionen des Bezirks wie das Seespital und die Altersheime unterstützt der Zivilschutzverband mit seinem Personal und seiner Kompetenz. Ein Grossteil der Arbeit verläuft demnach verborgen vor der Öffentlichkeit. Im Ernstfall unterstützt der Zivilschutz jedoch auch im Vordergrund. «Als während der Coronazeit der Hilferuf der Kantonsverwaltung kam, konnte der Zivilschutz die Abdeckung der Telefonbetreuung innert kürzester Zeit sicherstellen und auch die Betreuung vor den Spitälern gewährleisten. Für die Arbeit während dieser Zeit erhielt der ZVZZ vom VBS sogar eine Belobigung», erinnert sich Tessarolo.
Auch bei der Unterstützung der Ukraineflüchtlinge konnte der Verband der Bevölkerung einen Mehrwert leisten, worauf Klingelfuss besonders stolz ist. Allerdings waren das nicht die einzigen Meilensteine seit der Gründung des Verbands. «Wir führen auch immer wieder Einsätze zugunsten von regional oder national bedeutenden Veranstaltungen durch. Beispiele hierfür sind das Kilchberger Schwinget, das Eidgenössische Trachtenfest oder die Tour de Suisse.»

Trotz zukünftiger Herausforderungen herrscht Zuversicht

Mit Blick in die Zukunft stehen neue Herausforderungen an. Die weltpolitische Lage sei unsicher, sagt Koller: «Wir wissen nicht, was auf uns zukommt.» Kompetenzen, die in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt worden seien – etwa im Hinblick auf die Bewältigung kriegerischer Ereignisse –, müssten wieder gestärkt werden, ergänzt Klingelfuss. Gleichzeitig gelte es, den hohen Ausbildungsstand zu halten, Führungskräfte gut zu rekrutieren und die Professionalität weiter auszubauen. Auch die personellen Ressourcen müssten gesichert oder gar erweitert werden, indem beispielsweise mehr Frauen für den Zivilschutz gewonnen werden. «Denn der Verband ist gerade wegen der unterschiedlichen Menschen, Berufe und Kompetenzen, die zusammenkommen, so stark und wertvoll», ist sich Koller sicher.
Doch trotz der zukünftigen Herausforderungen herrscht Zuversicht. «Ich wünsche mir, dass der gute Geist, der im Moment auch dank der Arbeit des Kommandanten herrscht, so lange wie möglich beibehalten werden kann und dass sich die Gemeinden bewusst sind, wie wichtig der Verband für ihre Sicherheit ist», sagt Tessarolo. Und Klingelfuss formuliert den zentralen Anspruch und Wunsch für die kommenden Jahre so: «Wir brauchen motivierte Zivilschützer, die den Auftrag, den wir von der Bevölkerung erhalten, mit Herzblut professionell, effizient und verlässlich erfüllen.»