Unter strengen Schutzmassnahmen treffen sich die Betreuer im April 2021 in Thalwil Sie festigen Grundfertigkeiten die Funktionalitäten der neuen Materialanhänger und erproben neue Fähigkeiten im Umgang mit akuten Notsituationen.

Das Zivilschutzkommando entschied lange vorausschauend, die Betreuer im April zu einem spezifischen kompanieübergreifenden Wiederholungskurs in Thalwil aufzubieten. Hier werden Erfahrungen der vergangenen Einsätze ausgetauscht und in die Ausbildung in verschiedenen Fachthemen investiert.

Der Einsatz beginnt mit einem Kadervorkurs (KVK), in welchem die eingesetzten Gruppenführer Ausbildungsteile vorbereiten und die finalen logistischen Absprachen getroffen werden. Geleitet wird der Anlass vom Fachverantwortlichen Betreuung Hauptmann Lukas Schwizer, der mit den Betreuer-Zugführern für die Vorbereitung und Sicherstellung des reibungslosen Ablaufes verantwortlich ist und dabei von Hauptmann Robert Zingg und Fourier Lino Hemmi tatkräftig unterstützt wird.

Der erste WK-Tag der Betreuer steht im Zeichen der Repetition der Grundfähigkeiten, die in verschiedenen Posten im Parcours eingeübt werden. Die Betreuer wiederholen etwa in praktischen Übungen den korrekten Umgang mit Schadenplatzbeleuchtung oder die Handhabung von Rollstühlen, inklusive der Überwindung von Hindernissen. Weiter werden Regeln der Hygiene und Händedesinfektion in Erinnerung gerufen, sowie über interkulturelle Kompetenzen diskutiert. Ein wichtiger Bestandteil des Tages ist auch der Rückblick auf das vergangene Jahr und die Lehren, die aus den Covid-bezogenen Einsätzen gezogen werden. Gruppenführer, welche längere Ernstfalleinsätze geleistet hatten, teilen ihre Erfahrungen, ebenso wie zwei Verantwortliche der Stiftung Humanitas, welche während des Lockdowns tatkräftig unterstützt wurde.

Die Betreuer expandieren an den folgenden Tagen ihre Fähigkeiten in fachspezifischen Ausbildungen zu den Themen Asyl, Spitex, CPR und Demenz. Die fachlichen Vertiefungen wurden mit Bezug auf die breiten möglichen Einsatzgebiete der Betreuer gewählt, erläutert Lukas Schwizer. Für diese fachlichen Vertiefungen werden externe Referenten hinzugezogen.

In Zusammenarbeit mit den Expertinnen im Asylwesen, Rebekka Salm und Corinne Widmer von der AOZ, wird mehr zu der Betreuung von Asylsuchenden in Kollektivstrukturen gelernt.

Die Zivilschützer sind am Ende der Ausbildung informiert über die Abläufe und Zuständigkeiten des Asylwesens, kennen die Grundsätze der Betreuung in Zivilschutzanlagen und setzen sich mit der Perspektive der Asylsuchenden auseinander. Die Fachausbildung wurde gemäss der Aussage des Betreuers Gyalpo als äusserst anregend und informativ beurteilt.

Vom Campus Sonnweid, einem Kompetenzzentrum für Demenzerkrankungen, stösst deren Leiterin Andrea Mühlegg (Pflegefachfrau und Erwachsenenbildnerin) zu den Betreuern, und bestritt einen Input zur Thematik.

Retter mit Erfahrung im Einsatz

Wieder wird eine Fachausbildung im Bereich CPR durch den erfahrenen Rettungssanitäter David Crapanzano durchgeführt, der den Zivilschützern die wichtigsten Grundlagen der Rettungssanität aus der Praxis mitbringt. Crapanzano bringt viele Jahre Erfahrung mit und gehörte auch in Extremsituationen, wie dem schwersten Busunglück der vergangenen Jahrzehnte, 2012 im Kanton Wallis, zu den ersten Rettern vor Ort. Die teilnehmenden Betreuer erlebten laut eigener Aussage die praxisbezogene Ausbildung als hohen Mehrwert, der erhöhte Selbstsicherheit in Notsituationen bringt.

Von einem sehr präsenten Bedrohungsszenario geprägt war die Zusammenarbeit mit sämtlichen Spitex-Organisationen im ganzen Bezirk: Einzelne Zivilschützer begleiten Spitex-Pflegerinnen und -pfleger auf ihren Touren und lernen so die Abläufe und Tätigkeiten kennen, um sie bei Bedarf tatkräftig unterstützen zu können. Gerade etwa bei besonderen Herausforderungen aufgrund einer Pandemie, die wir alle – so auch die Spitex-Organisationen – in den letzten Monaten erlebt haben.

Die Mannschaft steht mit Elan im Einsatz

Schliesslich werden die neuen Materialanhänger auf die Probe gestellt, die eine Vielzahl an Funktionen beinhalten, welche den Zivilschützern in Zukunft bei Einsätzen, etwa beim Aufstellen von Betreuungsstellen, behilflich sein werden. Die Anhänger, die auch mit einem gewöhnlichen Fahrausweis gefahren werden können, bieten Platz für eine Vielzahl an Materialien, wie etwa Zelte und Betten, die dem Zivilschützer im Notfall beim Ausüben des Dienstes zur Verfügung stehen.

Text: Luka Dobec, Fotos: ZVZZ/Roger Hofstetter